Da das Thema „Deutschlands Rolle in der Welt“ aus dem Bundestag an die Organisatoren des Bürgerrates herangetragen wurde, wurden zunächst alle Fraktionen formlos gebeten, ihre Vorstellungen dazu zu nennen, welche Themen und Fragestellungen unter diesem Titel wichtig wären.
Auf Grundlage der Rückmeldung der Fraktionen wurde ein Fragebogen entwickelt, mit dem Hinweise aufgenommen werden sowohl zum Rollenverständnis als auch zu favorisierten Themenfeldern und konkreten Beispielen, anhand derer die Themenfelder erläutert werden können.
Die Befragung wird als Online-Erhebung durchgeführt. Zur Teilnahme eingeladen wurden rund 50 zivilgesellschaftliche Organisationen, die besondere Kenntnisse in den Bereichen der Außen-, Sicherheits-, Außenwirtschafts-, Entwicklungs- und internationalen Politik haben.
In vier Online-Gesprächsrunden mit je 23 - 26 Teilnehmenden wurden vom 20. - 24. Oktober 2020 ebenfalls die Fragen und Themenfelder für den Bürgerrat vertieft, diskutiert und nach Wichtigkeit sortiert. Die Bürger:innen in den Gesprächsrunden spiegelten ihre Sicht auf Deutschlands Rolle in der Welt und was dafür wichtig ist. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Themen, die im Bürgerrat behandelt werden, auch für die Teilnehmenden relevant sind.
Auch für die vier Gesprächsrunden wurden Bürger:innen gelost. Eingeladen waren Bürger:innen aus Chemnitz, Freising, Lübeck und Völklingen, Städte die für die Regionen Ost, Süd, Nord und West stehen und ebenfalls zufällig ausgelost wurden. Da in den Gesprächsrunden keine Empfehlungen an den Bundestag erarbeitet wurden und der Zweck dieses Beteiligungsbausteins darin besteht, die Meinung von Bürger:innen ohne Expert:innensicht auf das Thema zu erfahren und daraus Hinweise für das Arbeitsprogramm zu gewinnen, war das Verfahren deutlich einfacher gestaltet als das Losverfahren zum Bürgerrat selbst.
Im Rahmen einer repräsentativen, deutschlandweiten Befragung über das Meinungsforschungsinstitut Civey wurden die im vorbereitenden Agenda Setting gesammelten Fragen und Themen gesellschaftlich überprüft: Was sind wichtige Themen, die ein Bürgerrat aus Sicht der Bürger:innen behandeln sollte? Die Fragen wurden in Zusammenarbeit mit Civey und den wissenschaftlichen Partnern entwickelt.
Aus der Themenübersicht und der Schwerpunktsetzung durch die Bürger:innen wird ein inhaltlicher Fahrplan und eine Tagesordnung für die Online-Sitzungen des Bürgerrates entwickelt. Diese Agenda wurde in einem halbtägigen Workshop mit Abgeordneten aller Fraktionen im Bundestag (mit Ausnahme der AfD, die sich daran nicht beteiligen wollte), und mit Vertreter:innen aus der Politik und von gesellschaftlichen Organisationen fertiggestellt.
Die Teilnehmenden des Workshops haben sichergestellt, dass alle politisch und gesellschaftlich relevanten Themen und Fragestellungen im Arbeitsprogramm des Bürgerrates berücksichtigt werden. Sie haben Themen eingegrenzt und Fragestellungen nach ihrer Wichtigkeit sortiert. Zudem konnten sie bei der Auswahl von Expert:innen sowie Referent:innen für den Bürgerrat beraten.
Die Durchführungsinstitute IFOK, IPG und Nexus haben sichergestellt, dass die Tagesordnung für die Mitglieder des Bürgerrates zeitlich und inhaltlich bearbeitbar war. Die Agenda sollte ausreichend Raum und Flexibilität für die Anliegen der Bürger:innen selbst lassen. Die endgültige Entscheidung über die Agenda lag bei den unabhängigen Durchführungsinstituten, die dabei mit den wissenschaftlichen Fachpartnern zusammengearbeitet haben.
Die Hoheit über den Prozess des Bürgerrates lag letztlich bei den gelosten Bürger:innen des Bürgerrates selbst. Zu Beginn des Bürgerrates konnten sie Ergänzungen und eine Neusortierung der Tagesordnung vorschlagen, die so weit wie möglich beachtet worden wären. Zusätzlich wurden im Verlauf des Bürgerrates genügend Zeit und Flexibilität für Anpassungen der Agenda durch die Teilnehmenden eingeplant. So konnten die Bürger:innen im Bürgerrat Punkte, die ihnen wichtig erschienen, ergänzen oder ausführlicher behandeln, weitere Expert:innen einladen, aber auch Agenda-Punkte verkürzen, wenn sie ihnen keine hohe Wichtigkeit beigemessen haben.